Die Freudschen Versprecher
"Seit Rudolf Meringer unterscheidet man bei Versprechern Vertauschungen, Antizipationen ("Vorklänge"), Postpositionen ("Nachklänge") und Kontaminationen (Ineinanderschiebungen). Dazu kommen noch fehlerhafte Auslassungen, Hinzufügungen und Einfügungen an der falschen Stelle. Für Psycholinguisten sind solche Versprecher aufschlussreich für die psychische Prozessierung von Verbalisierungsabsichten. (...)
Versprecher, die einen überraschend neuen Sinn ergeben, entstehen nach Sigmund Freud dadurch, dass sich das Unbewusste meldet. Aber wie semantische Gegensätze auch sprachpsychologisch erklärt werden können, weil Antonyme eng miteinander vernetzt sind (Leuninger 1993, 114), so auch Versprecher, die man als typisch Freudsche Versprecher interpretieren würde.
Wenn jemand sagt: die beerdigung findet im engsten familienstreit (statt: -kreis) statt, so kann dieser Versprecher auch phonetisch erklärt werden:
Der Silbenkopf (st) von statt wird vorweggenommen, das (R) von -kreis bleibt erhalten.
Dennoch wird mit der Verbreitung des Wissens von psychoanalytisch deutbaren Versprechern der Sprecher für seine/ihre sprachlichen Fehlhandlung haftbar gemacht (z.B. bei Politikern), und sie werden von Satirikern aufgrund desselben Deutungsschemas auch bewusst produziert..."
(nach: Johannes Schwitalla - Gesprochenes Deutsch, 2003)
Versprecher, die einen überraschend neuen Sinn ergeben, entstehen nach Sigmund Freud dadurch, dass sich das Unbewusste meldet. Aber wie semantische Gegensätze auch sprachpsychologisch erklärt werden können, weil Antonyme eng miteinander vernetzt sind (Leuninger 1993, 114), so auch Versprecher, die man als typisch Freudsche Versprecher interpretieren würde.
Wenn jemand sagt: die beerdigung findet im engsten familienstreit (statt: -kreis) statt, so kann dieser Versprecher auch phonetisch erklärt werden:
Der Silbenkopf (st) von statt wird vorweggenommen, das (R) von -kreis bleibt erhalten.
Dennoch wird mit der Verbreitung des Wissens von psychoanalytisch deutbaren Versprechern der Sprecher für seine/ihre sprachlichen Fehlhandlung haftbar gemacht (z.B. bei Politikern), und sie werden von Satirikern aufgrund desselben Deutungsschemas auch bewusst produziert..."
(nach: Johannes Schwitalla - Gesprochenes Deutsch, 2003)
gizzy duststar - 4. Okt, 17:20